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FanFiction | Beacon-fire of love |
Autor: Tali
Titel: Beacon-fire of love
E-Mail: evil_tali_chan@yahoo.de
Serie: Berserk
Pairing: GutsxGriffith, OwenxRaban
Rating: G
Kategorie: Süßer Shonen-Ai :]
Disclaimer: Gehört alles Mr. Miura, unserem großen Sensei.
Deshalb habe ich auch kein Geld mit diesem kleinen Geschichten Etwas verdient.
'....' Gedanken
* Szenenwechsel
~Beacon-fire of love~
Ein flaues Gefühl hatte sich am Morgen in seiner Magengegend breitgemacht
und war, jetzt wo sich der Tag neigte, noch immer nicht verschwunden. Um ihn
herum saßen die größten Männer Midlands, Herzöge und Lords, die nie in ihrem
Leben Selbstzweifel und Furcht gekannt hatten, außer vielleicht der, mit leeren
Händen dazustehen.
Griffith kannte diese Furcht nicht. Er war mit leeren Händen geboren
worden und selbst alle elterliche Liebe, die seine Erzeuger ihm hätten
geben können, hätte es nicht vermocht, sie zu füllen. Alles,
was Griffith war und besaß, verdankte er sich selbst, indem er seine
leeren Hände mit dem Griff eines Schwertes gefüllt und sich
aus dem Staub der Gassen erhoben hatte. Die Existenzängste eines
Noblen waren Griffith vollkommen fremd, aber trotzdem hatte der General
der Falken einen wunden Punkt. Und die Tatsache, dass er selbst es nicht
gewusst hatte, machte die ganze Angelegenheit noch schlimmer für
ihn.
Und sie wollte nicht weichen, diese Angst, die sich in seinem Inneren
breitgemacht hatte...
Seit gestern befand er sich in Klausur zusammen mit den anderen Feldherren
Midlands. Eine Situation, die genauso unausweichlich, wie unerträglich
für ihn war. Es war eine Zumutung an seinen freien Verstand, sich
auf das Niveau dieser Kretins hinab begeben zu müssen und ihre nichtssagenden,
hohlen Phrasen zu ertragen. Diese Männer hatten zwar schon viele
Kämpfe gesehen - aber niemals von einem anderen Platz aus, als dem
Feldherrenhügel. Hinzu kam die Ungewissheit...
Vorspeisen und Hauptgang wurden auf und abgetragen, ohne dass Griffith
mehr als einen Happen zu sich genommen hätte und schon lange spürte
er die neugierigen Blicke auf sich ruhen, hörte leise geflüstert
ihre hämischen Fragen. "Was, der General der Falken appetitlos
wie ein junges Mädchen vor der Hochzeitsnacht?" "Ist vielleicht
doch etwas wahr an den Gerüchten, dass Griffith allein mit den Falken
wohl nicht so weit gekommen wäre und nun hat er Angst, seine Vormachtstellung
zu verlieren..."
Das Schlimmste war, dass sie Recht hatten. Niemals durfte man erfahren,
wie viel Guts und Kjaskar für die Falken bedeuteten! Griffith wusste,
dass sein Ruhm Hand in Hand ging, mit dem Ruf seiner Unbesiegbarkeit.
Und doch hatte er sich schon so weit verraten, die beiden als das Herz
seiner Truppe zu bezeichnen. Griffith stöhnte innerlich über
diesen Fauxpas: Wenn man das Vertrauen in ihn verlor, war alles, was er
bis jetzt in Midland erreicht hatte, umsonst.
Das Dessert wurde aufgetischt und Griffith wagte einen Blick auf den
König zu werfen, der wie immer nach Lord Julius Tod den Sitzungen
des Kriegsrates vorstand. Ihre Blicke trafen sich kurz und der General
der Falken war erleichtert zu sehen, dass sich in den Augen des alten
Königs noch immer genauso viel Vertrauen spiegelte wie zuvor. So
wagte er es, sich zu erheben und mit einem entschuldigenden Nicken aus
dem Zeltlager hinaus in die kühle Nachluft zu treten.
Die Luft war lau und das Zirpen der Grillen tönte von überall
her durch die Nacht. Es war noch relativ früh am Abend, aber schon
seit einer Stunde konnte man die großen Fixsterne erkennen, die
den Menschen schon seit Jahrhunderten den Weg gewiesen hatten. Manch einer
versuchte, das Mysterium, dass sich hinter ihnen verbarg mit Messtafeln
und Tabellen zu ergründen und wieder andere durch Voraussage und
Sterndeuterei und Griffith wäre ein Narr gewesen, sich nicht einzugestehen,
dass es so etwas wie Schicksal gab. Er wusste so fest, wie er an die Luft
glaubte, die er atmete, dass sein Leben einen Sinn und eine Bedeutung
hatte. Er war nicht umsonst geboren worden und jeder weitere Tag, den
er im Diesseits zubrachte, förderte nur weiter seine schicksalsgegebene
Überlegenheit zu Tage.
Es gab nichts, was er zu befürchten hatte, außer Chaos der
Gedanken, es gab nichts, was ihn töten konnte, außer der Zeit
und es gab niemanden, der ihm gefährlich werden konnte, außer...
Der General hüllte sich in seinen purpurnen Umhang, als ihn eine
kalte Brise frösteln ließ. Dieser eine Mann, so spürte
Griffith, konnte sein Untergang sein. Gefühle waren gefährlich
- sie trübten Verstand und Logik - und genau darin lag die Gefahr.
Er hatte in seinem Spaziergang eine Stelle erreicht, die durch Buschwerk
und Bäume vor allzu neugierigen Blicken geschützt war und ihn
auf einige Minuten ungestörtes Alleinsein hoffen ließ. Kjaskar
und Guts galten seit mehr als einem Tag als vermisst und zumindest jene,
die sie hatten von der Klippe stürzen sehen, waren überzeugt
von ihrem Tod. Der General schloss kurz die Augen und kämpfte einen
Anfall von Panik nieder. Das Überleben der beiden war essentiell
für die Falken!
Natürlich würden die Falken auch weiter bestehen, wenn es die
beiden nicht mehr gäbe, versuchte sich Griffith zu beruhigen und
ignorierte das heiße Stechen, das bei diesem Gedanken durch seine
Eingeweide fuhr, aber mit diesen beiden Söldnern an seiner Seite
verfügte er über Vorteile, die er sonst niemals hätte.
Sicherlich folgten die Leute hauptsächlich ihm, Griffith, wenn sie
sich den Falken anschlossen, denn der General war von allen dreien die
schillerndste Persönlichkeit. Aber Kjaskar liebten sie wie eine Schwester
und waren bereit, für sie zu sterben und Guts hatte die Gabe, todesmüde
Männer aus ihrem Schmerz zu reißen und wie einen Sturm über
ein Schlachtfeld fegen zu lassen... In ihrem Triumvirat verkörperte
Griffith allein die hehren Ideale - aber er wusste auch, dass Menschen
von Träumen allein nicht leben konnten.
Schritte hinter ihm ließen ihn aufhorchen, aber er drehte sich
nicht um. Vielleicht würde die Person von allein gehen, wenn sie
ihn hier stehend fand, aber Sekunden später schalt er sich selbst
einen Narren und drehte sich herum. Lord Raban hatte sich wohl ebenfalls
aus der Offiziersversammlung hinausgestohlen und stand nun überrascht
neben einem Haselnussstrauch, dessen Äste er beiseite gedrückt
hielt. Er begrüßte Griffith mit einem leichten Kopfnicken,
das dieser beantwortete. Dann herrschten einige unbequeme Sekunden des
Schweigens.
"Nun, Sir Raban", begann Griffith und hielt unwillkürlich
nach dem immerwährenden Schatten des Edlen Ausschau. "Seid Ihr
auch hier, um die Aussicht zu genießen und ein wenig frische Luft
zu schnappen?"
Zur Antwort neigte der Mann seinen Kopf und lächelte. "Gehe
ich Recht in der Annahme, dass nicht nur Verlangen nach frischer Luft
Eure Schritte vom Feldherrenzelt wegführte?"
Griffith antwortete nicht. Er hielt es für klüger, sich in
keiner Weise zu einem Kommentar gegenüber den anderen Feldherren
hinreißen zu lassen. Zwar hatte er dass Gefühl, Lord Raban
vertrauen zu können, denn immerhin war der Edle einer der Wenigen
gewesen, die zwar von seiner niederen Herkunft wussten, aber sich davon
in ihrem Urteil nie hatten leiten lassen, aber Griffith wusste trotzdem
nicht, wer noch alles lauschen mochte. Als er eine Antwort nicht länger
herausschieben konnte, verzog er seinen Mund zu einem halben Lächeln,
das man als Zustimmung zu Rabans Worten deuten konnte, aber das trotz
allem unverbindlich genug war.
Für einige Minuten herrschte wieder Stille zwischen den beiden,
aber diesmal war sie keiner Seite unangenehm. Griffith sah, wie im unter
ihnen gelegenen Feldlager der Wachwechsel vollzogen wurde und versuchte
abzuschätzen, ob er sich noch einige Minuten Ruhe vor den Hohlköpfen
im Feldherrenzelt gönnen durfte, als Raban wieder das Wort ergriff.
"Habt Ihr schon Nachricht von Euren Offizieren erhalten?", fragte
er den jungen General.
Griffith verneinte.
"Das ist zu bedauern." In der Stimme des dunkelhaarigen Edelmannes
schwang ehrliches Mitleid. "Ich habe Euren Werdegang in Midland mit
großem Interesse verfolgt und ich scheue mich nicht, zuzugeben,
dass Ihr und Eure Offiziere zu den fähigsten Kämpfern und Strategen
gehört, die ich je sah. Es würde mich dauern, wenn sie tot wären."
Griffith zwang sich zu einem Lächeln und murmelte einige nichtssagende
Worte, obwohl der letzte Satz Rabans ihn wieder an seine Ohnmächtigkeit
erinnert hatte. Was sollte er tun, wenn Guts und Kjaskar wirklich tot
waren? Neue Offiziere suchen? Wieder von vorne anfangen?
Bevor er auch nur ansatzweise einer Antwort auf diese drückenden
Fragen näherkommen konnte, hörte er ein dumpfes, gleichmäßiges
Trommeln auf dem Grasboden, das sich schnell näherte und schließlich
einen Reiter aus Griffiths eigenen Reihen sichtbar werden ließ,
der, die Augen starr nach vorn gerichtet, auf das Feldherrenzelt zuhielt.
Ein Zuruf Griffiths aber ließ ihn hart an den Zügeln seines
Pferdes reißen und mit einer flüssigen Bewegung zu Boden springen.
"Griffith!", begann der Soldat auch gleich, nachdem er Lord
Raban einen hastigen Salut gegeben hatte, "Judeau und die anderen
haben Guts und Kjaskar gefunden! Es geht ihnen gut, aber..." Der
junge Mann kam nicht dazu, seinen Satz zu vollenden, als Griffith ihm
schon die Zügel aus der Hand gerissen hatte und aufgesessen war.
Erst auf dem Rücken des Pferdes schien ihm zu Bewusstsein zu kommen,
dass er nicht einfach ohne Grund aus der Versammlung des Königs verschwinden
konnte. Hilflos saß er einige Momente auf dem Pferd und versuchte,
zu einem Ergebnis zu kommen, als Raban schließlich vortrat und das
Zaumzeug des Hengstes ergriff. "Ich werde Euer Fehlen bei seiner
Majestät entschuldigen. Macht Euch keine Gedanken."
Das Lächeln, das Griffith ihm schenkte, hätte strahlender nicht
sein können und Raban war einen Moment lang verwirrt, ob dies wirklich
Griffith, General der Falken, war, der vor ihm saß, aber da hatte
er das Pferd schon losgelassen und Griffith hatte es augenblicklich den
Hügel hinab zu den Ställen getrieben, wo sein eigenes Reittier
untergebracht war. Der Soldat, der die Meldung überbracht hatte,
stand ebenfalls nicht lange still, sondern hastete seinem Obersten hinterher.
Raban blieb zurück und schien den beiden Männern sinnend hinterher
zu schauen, wartete aber in Wahrheit nur auf jemand Bestimmtes. Und richtig:
Der Staub, der bei Griffiths überhastetem Aufbruch aufgewirbelt worden
war, hatte sich noch nicht gelegt, da knirschten Schuhe auf Sand und Lord
Owen kam neben ihm zu Stillstand. Der Blonde legte einen Arm in etwas
mehr als freundschaftlicher Art um Rabans Hüfte und schaute einen
Augenblick ins Lager hinab, wo er Griffith vermutete.
"Er weiß den Wert guter Offiziere zu schätzen, egal,
wo sie herkommen", sagte Raban schließlich in die komfortable
Stille hinein, die sie umgab.
"Das ist bei ihm nicht verwunderlich", antwortete Owen und
ein warmer Ton schwang in seiner Stimme mit, der Raban mit Freude an die
bevorstehende Nacht denken ließ. "Vielleicht sind es aber auch
nur diese beiden Offiziere, die der Falke so sehr schätzt, dass er
seine Contenance verliert."
"Das weiß niemand außer Lord Griffith selbst."
*
Bäume, Häuser und Felder zerflossen zu wirren Schemen, die
an ihm vorbeirasten, schneller, als ein menschliches Auge sie erfassen
konnte. Atemlos hatte der Soldat Griffith Bericht erstattet darüber,
wer Guts und Kjaskar gefunden hatte und wie es ihnen ging. Er war mehr
als erstaunt darüber gewesen, dass Kjaskar beinahe ohne Blessuren
aus der ganzen Sache rausgekommen war und wäre Griffith von Guts
Zustandsbeschreibung nicht zu sehr abgelenkt gewesen, hätte er die
Verwunderung seines Söldners geteilt: Kjaskar nahm als Frau Risiken
auf sich, die die wenigstens Männer befürchten mussten, wenn
sie ein Kampffeld betraten, aber Griffith vertraute ihr, dass sie sich
in solchen Situationen selbst beschützen konnte.
Endlich kamen die Lagerfeuer in Sicht, eine letzte Anstrengung für
sein Schlachtross und Griffiths Füße berührten den Boden.
Wie gewöhnlich sprach sich seine Anwesenheit innerhalb von Minuten
im ganzen Lager herum und die Leute strömten herbei. Jetzt zwang
sich Griffith wieder dazu, ein aufgeräumtes Verhalten an den Tag
zu legen, lächelnd oder grinsend schritt er zwischen den Wachfeuern
hindurch und hörte sich kleine Geschichten und Anekdoten an. Niemand
im Lager wäre so ausgelassen, wenn es den beiden schlecht gehen würde,
sagte er sich und war beruhigt.
Natürlich wurde ihm genauso schnell wie sich seine Ankunft herumsprach
auch Kunde von den Vermissten zugetragen: "Unglaublich wie Guts das
gemacht hat!", erklang es von allen Seiten. "Einhundert Leute
erschlagen und selber noch aufrecht stehen!"
"Ach was! Hast du etwa was anderes vom Stoßtruppenführer
erwartet?" "Da soll sogar ein Riese gewesen sein und der zählt
alleine schon mehr als zwanzig Mann!"
"Ich sag ja nur, dass ich nichts anderes von ihm erwartet hab..
Aber hundert Mann!", der Sprecher pfiff anerkennend durch eine Lücke
in seinen Schneidezähnen.
Griffith setzte gerade dazu an, der Heldenverehrung ein Ende zu setzen,
bevor sie noch ins Uferlose ausarten konnte, als er eine Präsenz
wahrnahm, die ihn mitten im Satz innehalten ließ. Er blieb stehen
und versuchte ohne Erfolg, die Zuneigung niederzukämpfen, die ihn
wie eine warme Woge durchlief, seine Lippen verzogen sich zu einem breiten
Lächeln und er wusste genau, dass seine Augen leuchteten. Er hasste
die Unkontrollierbarkeit dieser Reaktion, obwohl er denjenigen, der sie
hervorrief niemals würde hassen können. Eine Gasse bildete sich
und an ihrem Ende konnte er Kjaskar sehen, die nervös zu sein schien,
und seinen Stoßtruppenführer.
Das warme Gefühl intensivierte sich und sein Lächeln wurde
breiter. Nicht eine Sekunde lang hatte er wirklich geglaubt, Guts könnte
tot oder bettlägerig sein - stark und ruhig, so als ob ihn der ganze
Aufstand nichts anginge, stand er hinter der Generalin und ein leichtes
Schmunzeln umspielte seine schmalen Lippen, so als wollte er fragen: ‚Was
wunderst du dich?' Und Griffith fühlte in diesem Moment die Größe
und die Macht seiner Liebe zu diesem Mann und innerlich jubilierte sein
ganzes Sein: Sie waren zusammen und so würde es ewig sein.
~ owari ~
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