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Interviews | Interview mit Nakatani, dem Produzenten des Berserk-Animes



Wir begrüßen Herrn Toshio Nakatani, den Produzenten von Berserk, und sprechen mit ihm über die Umsetzung von Berserk als Anime. Ich bin sicher, dass Sie als Produzent immer auf der Suche nach guten Geschichten sind, die es wert sind als Trickfilm umgesetzt zu werden. Könnten Sie uns bitte erzählen wie Sie auf Berserk gekommen sind und warum Sie es als Anime verwirklicht haben?

Das Ziel des Projekts war, für das Fernsehen zu produzieren. Eine Verbreitung per Video wurde nicht angedacht. Berserk wurde erstellt, um über das Fernsehen ausgestrahlt zu werden. Das Zielpublikum war demnach limitiert. Wenn du zur Haupteinschaltzeit sendest, erreichst du Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Zu späterer Stunde zu senden, gab uns die Möglichkeit auf ein älteres Publikum abzuzielen, das auch die komplexe Welt der Serie versteht. In diesem Zeitfenster wurden ursprünglich keine Trickfilme, sondern Spielfilme ausgestrahlt. Die erste Überlegung beinhaltete also die Frage, wie man dieser Zeitspanne gerecht werden konnte. Es war klar, dass dies mit einem typischen Trickfilm nicht funktionieren würde. Wir mussten einige Klischees beseitigen und die gewohnten Rahmenbedingungen für das Projekt ändern. Es sollte einen starken Einfluss ausüben. Dort begann es. Ich bin schon seit langem Anime-Produzent. Es war nicht das, was die meisten Produzenten für eine Fernsehausstrahlung ausgewählt hätten. Normalerweise hätte ich die Geschichte nicht als Anime umgesetzt. Aber ich nahm sie, damit sie selbst Eindruck hinterlassen würde. Das war das Eine, diese großartige Geschichte an sich das Zweite. Der Grund, warum es schwierig war, die Geschichte für das Fernsehen umzusetzen, war der explizite Gewaltgrad der Erzählung. Aber hinter all der Gewalt steckt die Leidenschaft und der Kampf junger Leute. Ich wollte dies zum Leben erwecken. Und das Nachtprogramm erlaubte mir, etwas komplett Neues auszuprobieren. Es passte alles perfekt zusammen und darum wagte ich es.

Ich verstehe, es war eine Herausforderung.

Definitiv. Das Projekt begann im Jahr 1997. Zu dieser Zeit gab es einen Anime-Boom in Japan. Es wurden rund 60 neue Animes in Japan geschaffen. Der Markt war übersättigt. Nihon TV sendete nichts derartiges mehr im Nachtprogramm. Aber andere Sender; es ist zwar nicht sehr nett dies zu sagen, aber... die Qualität war so erbärmlich, dass man sie sich kaum ansehen konnte. Die meisten waren weit hinter dem üblichen Sendeniveau. Falls also Nihon TV den gleichen Weg einschlagen würde, wollten wir mit dem Kopf voraus alles auf eine Karte setzen. Wir gaben mehr Geld für die Produktion aus als es für die Hauptsendezeit üblich war. Es kostete eineinhalb- bis zweimal mehr als eine Produktion der Hauptsendezeit... Es zeigt, wie viel Aufwand darum betrieben wurde. Allerdings war es spät nachts, falls wir einen bleibenden Eindruck hinterlassen könnten, würden die Herstellungskosten auf mannigfaltige Weise wieder eingespielt werden können. Wir dachten ausschließlich positiv.

Ich bin sicher dass Sie mit einigen Problemen bei der Umsetzung konfrontiert wurden. Es gibt jede Menge Szenen, die Gewalt beinhalten, es wird viel in Scheiben geschnitten und zu Hackfleisch verarbeitet, falls Sie so wollen... es ist eine Geschichte mit reichlich Blut. Was war ihr Anliegen, als Sie dies in bewegte Bilder umwandelten?

Betreffend der Gewalt war es leider ein sehr schlechtes Timing. Zu dieser Zeit fanden die weithin bekannten Morde von Kobe statt, wo ein junges Kind grauenvolle Morde verübte. Also stellte sich die Frage, wie man den Gewaltgrad für das Fernsehen senken konnte. Das war unser Hauptanliegen. Natürlich waren wir über die Gewalt nicht glücklich. Und nichts davon würden wir dulden. Aber andererseits findet die Geschichte im mittelalterlichen Europa statt, also gab es Dinge die nur durch Gewalt ausgedrückt werden konnten. Teile der Persönlichkeiten konnten nur gewalttätig dargestellt werden und ihre Leidenschaften und Sehnsüchte verbargen sich hinter ihrer Gewalt und den Kämpfen. Es ist eine Geschichte um Leben, Tod und Freundschaft. Also statt eher die Gewalt heraus zu nehmen, war es wichtig für mich, die Gewalt als Mittel zu nutzen, diese Dinge auszudrücken. Ich denke nicht, dass die Zuschauer gewalttätig werden, wenn sie sich dies ansehen. Und ich denke nicht, dass das Publikum dumm ist. Es wäre, als wenn man einen Deckel auf eine übelriechende Sache setzt. Die Gewalt zu verheimlichen, würde zu nichts führen. Wir zeigen die Gewalt, aber wenn wir die Leidenschaften ebenso zeigen können... wir, auch Kinder, können mit der Gewalt klarkommen und darüber nachdenken. Wenn wir uns ansehen wie damit in anderen Trickfilmen verfahren wird, ist es normal, einen weißen oder blauen Blitz zu nehmen um Blut darzustellen, wenn etwas geschnitten wurde. Aber es ist eben keine abstrakte Sache, mit weißem oder blauem Licht, Blut ist rot, und es tut weh; wie ich bereits vorhin erwähnte, wenn man es aufrichtig darstellt, kann man sehen für was es ist. Dies ist etwas, das mir sehr am Herzen liegt.

Ich bin sicher, wenn man die Geschichte erneut adaptieren würde, müsste man viele Entscheidungen betreffend der Storyline und der Charaktere fällen, um so nah wie nur irgend möglich am Original zu bleiben, was extrem schwierig sein würde. Es gibt nur 25 Folgen in der Staffel. Könnten sie bitte über einige der Dinge sprechen, die bei der Adaption der Geschichte komplett heraus genommen werden mussten?

Am Ende der Storyline gibt es ein zentrales Ereignis namens "Die Finsternis". Sie werden wissen worüber ich spreche, nachdem sie es gesehen haben. Es ist das Ende eines Abschnitts der Geschichte. Berserk ist ein Fantasy-Trickfilm, aber Die Finsternis endet an einer sehr düsteren und bedrückenden Stelle. Wir überlegten hin und her, die Geschichte bei der Finsternis zu beenden, aber wir merkten, dass die Hauptaussage Vorrang hatte. Wie ich bereits erwähnte, wollten wir die Kämpfe und Leidenschaften zum Ausdruck bringen. Es gab junge Charaktere voller Träume bei den Falken und wollten ihnen Priorität einräumen. Und ganz zum Schluss, wenn man Die Finsternis sieht, bekommt man einen Eindruck von all ihrer Grausamkeit. Und die Leere und das Versagen können ein Teil jugendlicher Erfahrungen sein. Ich wollte dies bis zur Finsternis aufbauen, um diese Aussage zu transportieren. Es gibt einen Charakter namens Puck, welcher in der ursprünglichen Geschichte auftaucht. Wir haben dies ebenfalls berücksichtigt. Im originalen Berserk-Comic von Herrn Miura fällt ihm eine bedeutende Rolle zu, aber im Trickfilm kommt Puck nicht vor, was die fantastische Welt teils mindert, aber somit wurde der Fokus auf die Hauptcharaktere, sowie Guts' und Griffiths Träume gelegt, die den roten Faden der Serie bildeten. Mit Herrn Miuras Einwilligung war es beschlossene Sache.

Die Musik für dieses Projekt, Herrn Hirasawas Musik, passt perfekt. Was sind einige der Dinge, die Sie mit Herrn Hirasawa besprochen haben?

Es war sehr einfach. Herr Miura, Autor der originalen Geschichte, ist ein Genie. Nu er konnte etwas derartiges schreiben. Er zeichnet jedes noch so winzige Detail selbst. Die Musik, der er lauschte, während er diese Welt schuf, war die von Herrn Hirasawa. Auf eine spezielle Weise schuf die Musik, die er hörte als er Berserk erstellte, Berserk. Also macht es nur Sinn, diese Musik im Trickfilm zu verwenden. Sie ist unglaublich stimmig. Herr Miura wollte dies ebenso. Es ist Fachsimpelei, aber es gibt einige Dinge, die zusammenpassen und einige, die es nicht tun. Wie ich bereits erwähnt hatte, waren es unsere Ziele mit Vorurteilen aufzuräumen und mit Standarts zu brechen. Also gab es Unstimmigkeiten mit der Plattenfirma, aber wir gingen dafür zu Herrn Hirasawa und glücklicherweise willigte er ein. Wir besprachen die Konzepte und er erschuf Musik, die wunderbar harmonierte. Wir alle denken, dass Herrn Hirasawas Musik Berserk auf ein anderes Level gehoben hat.

Dies ist eine persönlich Frage. Ich bin sicher, dass Sie mit vielen Spiel- und Trickfilmen zu tun hatten, bevor Sie Produzent für Trickfilme wurden. Könnten Sie bitte einige Spiel- und Trickfilme nennen, die Sie beeinflusst haben?

Hinsichtlich Trickfilmen gibt es die, die die Aushängeschilder meiner Generation sind, aber Mobile Suit Gundam ist mein Liebling. Es ist eine Robotergeschichte, wie ich bereits erwähnte, eine mit menschlichen Kämpfen als Hauptaussage, mit Anliegen junger Leute, wie sie auch in Berserk vorkommen, davon handelt Mobile Suit Gundam. Es gab eine ganze Reihe an Trickfilmen, aber eigentlich - und dies verwundert wohl - wollte ich Dokumentationen drehen, als ich an diesen Punkt gelangte. Als Student ging ich nach Tibet und an diverse andere Orte. Ich fuhr den Yukon River entlang, der in Nordamerika sehr bekannt ist, betrieb River Rafting in einem Gummiboot auf dem Yukon River in Canada. Ich verbachte ebenfalls an der tibetisch-indischen Grenze einige Zeit und fragte mich, wie ich etwas bestimmtes vermitteln konnte. Und wie würden die Zuschauer darauf reagieren? Das ist es was ich tun wollte, darum kam ich hierher. Aber ich wuchs mit Manga und Anime auf. Schlussendlich kam ich, um die Schönheit der Dinge zu sehen, die erschaffen wurden. Und ich denke, dass Animationen der direkteste Weg sind, um meine Ziele zu verwirklichen.

Welche Art von Spielfilmen mögen Sie?

Herr Miura wird Ihnen sagen, dass er Fantasyfilme wie Berserk mag, aber ich mag die Blockbuster. Ich mag die Blockbuster aus Hollywood mehr als die unbedeutenderen Filme. Ich mag die Scores aus Hollywood und die großen Produktionen. Ich mag einfach Hollywood-Filme. Es gibt einige japanische Filme die ich wirklich mag, aber ich denke nicht, dass sie irgendjemand kennt. Hinsichtlich ausländischen Filmen, mal sehen, was mag ich... Ich sehe mir viele Filme an, vermutlich dutzende im Jahr aber ich kann nicht jeden benennen. Es ist schwierig. Ich mag Filme verschiedener Art.

Unsere letzte Frage. Dies geht an Ihre Fans in den USA. Die Berserk DVDs sind ein großer Erfolg in den USA und viele Leute haben uns erzählt, dass Sie es nicht abwarten können, die nächste Staffel zu sehen. Haben sie eine Botschft für ihre Fans in den USA?

Vielen Dank fürs Ansehen. Es würde uns viel bedeuten, wenn ihr nur ein wenig Gefallen an diesem Projekt gefunden habt. Von hier nach draußen, die Hauptaussage die schlafen liegt, die Aussage hinter der Aussage... die vielfältigen Dinge die zum Vorschein kommen, wenn sich Menschen ganz für ihren Kampf hingeben, wie Nichtsein oder Hoffnung oder Verzweiflung. Falls wir dies herüber bringen können, die Geheimnisse solcher Emotionen, dann wird das Projekt ein Erfolg. Der Manga Berserk wird weiterhin fortgeführt, als Produzent würde ich gerne die Geschichte nach der Finsternis als Trickfilm fortführen. Wenn und falls dies passiert, hoffe ich, dass ihr die Folgen auch weiterhin ansehen werdet und dass wir weiterhin von euch hören werden. Vielen Dank.
 

 
Nächstes Kapitel:
Kapitel 357
erscheint im
24.08.2018

BERSERK MANGA 40:
erscheint am
28.09.2018 in Japan

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